Justizvollzugsanstalt Brandenburg a. d. Havel
Anton-Saefkow-Allee 22
14772 Brandenburg a. d. Havel
Tel: 03381/761-0
E-Mail: Poststelle.BRB@justizvollzug.brandenburg.de

Anstaltsleiterin: Petra Wellnitz

Besonderheiten
Gedenkstätte Brandenburg an der Havel
Liegenschaft
Belegungsfähigkeit
Vollstreckungszuständigkeit
Hilfs- und Behandlungsmaßnahmen
Personal
Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Gefangene
Bildungsangebote für Strafgefangene
Gefangenenhilfe
In der Anstalt tätige Organisationen
Sicherungsverwahrung

 

Besonderheiten

Die Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel ist das älteste Gefängnis des Landes. Sie wurde in den Jahren 1927 bis 1931 auf einer Fläche von sieben Hektar erbaut und bis Anfang der 80er Jahre auf eine Gesamtfläche von circa 48 Hektar erweitert. Ursprünglich wurde die Anstalt für 1.800 Gefangene konzipiert. Zum Zeitpunkt ihrer Erbauung war die JVA eine der modernsten Einrichtungen Europas und – dem Geiste der Weimarer Republik entsprechend – das Sinnbild eines humanen Strafvollzugs.

Die JVA Brandenburg ist die zweitgrößte Anstalt des Landes. Zu ihr gehören mehrere zentrale Einrichtungen des Vollzuges im Land Brandenburg:

die Sozialtherapeutische Abteilung (SothA),
die Krankenstation mit symptomatischen Plätzen, dazu psychiatrische Plätze und die externe Bettenstation im Klinikum Brandenburg,
die zentrale Aufnahmediagnostik (ZaD) sowie
die zentrale Umlaufbehörde des Landes Brandenburg.
Auf dem Gelände der JVA Brandenburg entsteht außerdem die Einrichtung für den Vollzug der Sicherungsverwahrung mit 18 Wohneinheiten.

Gedenkstätte JVA Brandenburg an der Havel

In Brandenburg an der Havel erinnern zwei Gedenkstätten an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Es handelt sich zum einen um die “Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden”, die sich in den Räumen der ehemaligen Hinrichtungsstätte des neuen Zuchthauses (heute JVA Brandenburg an der Havel) befindet. Dort wurden zwischen 1940 bis 1945 mehr als 2.000 Menschen aus ganz Europa hingerichtet. In den Gedenkräumen befindet sich eine originale Guillotine aus der NS-Zeit.

Zum anderen befindet sich in der Innenstadt, auf dem Gelände des Alten Zuchthauses Brandenburg, am Nicolaiplatz 28, die 2012 eröffnete Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde. Dort wird in einer Dauerausstellung der mehr als 9000 psychisch Kranken und Behinderten gedacht, die hier zwischen Januar und Oktober 1940 im Rahmen der sogenannten “Aktion T4” vergast wurden.

Pädagogische Angebote

Die Gedenkstätten Brandenburg an der Havel bieten nach Voranmeldung Führungen und Projekte zum Thema NS-Justiz und politische Justiz nach 1945, sowie “Der NS-Krankenmord in Brandenburg/Havel” an.

Öffnungszeiten

Die Gedenkstätte in der JVA Brandenburg kann nur nach vorheriger Anmeldung bei den Gedenkstätten Brandenburg an der Havel besichtigt werden.
Die Gedenkstätte für die Opfer der “Euthanasie”-Morde hat Do + Fr 13 bis 17 Uhr, Sa + So 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Kosten

Eintritt frei. Die Kosten für die Führung betragen für bis zu 15 Personen 15 €, bis 30 Personen 25 €. Für Schülergruppen aus dem Land Brandenburg sind sie kostenfrei.

Kontakt

Gedenkstätten Brandenburg an der Havel
Nicolaiplatz 28/30
14770 Brandenburg
Tel. 03381/7935112 o. 113

Liegenschaft

Eröffnung 1931
Sanierung 2007 –
Sanierungskosten 138 Millionen Euro
Anzahl der Hafträume 367
Einzelhafträume 296
Doppelhafträume 71
geplant 18 Einzelhafträume Sicherungsverwahrung
Umwehrter Bereich 20,6 ha
Länge der Außenmauer 1.820 m

Belegungsfähigkeit

Die Haftanstalt verfügt insgesamt über eine Belegungsfähigkeit von 341 Haftplätzen. Davon 59 Haftplätze für erwachsene männliche Untersuchungsgefangene, 112 Haftplätzen für erwachsene männliche Strafgefangene, 70 Haftplätzen in der Sozialtherapeutischen Abteilung und 100 Haftplätzen für erwachsene männliche Strafgefangene im offenen Vollzug. (Stichtag: 1. August 2013)

Vollstreckungszuständigkeit

In der Justizvollzugsanstalt werden Freiheitsstrafen bis zu lebenslanger Haft sowie Untersuchungshaft vollstreckt.

Besondere Hilfs- und Behandlungsmaßnahmen in der JVA Brandenburg:

Sexualstraftäter-Therapie
Gewalttäter-Therapie
Soziales Training
Drogenberatung
Suchtmittelfreies Leben
Schuldnerberatung
Berufsberatung durch das Arbeitsamt

Personal

304 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt, davon
25 im Verwaltungsdienst
4 Lehrer
4 Ärzte
9 Psychologen
13 Sozialarbeiter
178 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im allgemeinen Vollzugsdienst,
25 Mitarbeiter im Werkdienst
34 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Krankenpflegedienst
3 Anstaltspfarrer (ev./ kath.)

Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Gefangene

Die JVA Brandenburg verfügt über Arbeits- und Ausbildungsplätze für Gefangene in verschiedenen Bereichen. Folgende Eigenbetriebe der Anstalt bieten ihre Produkte bzw. Dienstleistungen auf dem Markt an:

Für Gefangene des geschlossenen Vollzugs:

Eigenbetriebe (Tischlerei, Schlosserei)
Arbeit in der Anstaltsküche des privaten Kantinenbetreibers
Beschäftigung in der “Arbeitsorientierten Werkstatt”
Hilfsarbeiten in der Anstalt

Für Gefangene des offenen Vollzugs:

Ein Eigenbetrieb (Kfz-Werkstatt): Kfz-Reinigung und derzeit Rädermontage und -wechsel an Kraftfahrzeugen; Nutzung der Leistung auch für Bürgerinnen und Bürger
Bildungsstätte für den Justizvollzug: Gebäudereinigung und Außenanlagepflege, keine Nutzung für Bürgerinnen und Bürger
Hilfsarbeiten auf dem Gelände der Anstalt durch Eigenbetrieb Bau Außen und Hausarbeiter beschäftigt, Reinigungsarbeiten und Außenanlagenpflege, keine Nutzung für Bürgerinnen und Bürger
Ein Unternehmerbetrieb für Haftraumarbeit: Montage von Kleinteilen

Ihr Ansprechpartner für Erzeugnisse der Anstalt:

Werkdienstleiter
Herr Seydler
Tel: 03381 – 761 4000
Fax: 03381 – 761 4051

Bildungsangebote für Strafgefangene

schulische Bildung

Studium/Abitur
Basiskurs

berufliche Bildung

Schweißerausbildung
bfw Lernwerk für SothA
bfw Berufliche Bildung – Hochbaufacharbeiter und Maurer

Gefangenenhilfe

HUMANITAS e.V. Gefangenenhilfe Brandenburg
Geschwister – Scholl-Straße 20
14776 Brandenburg an der Havel

Tel: 03381/796782

Der HUMANITAS e.V. ist ein Verein der Freien Straffälligenhilfe, der für die Stadt und das Land Brandenburg im sozialen Bereich tätig ist und ohne richterlichen Auftrag arbeitet. Der HUMANITAS e.V. wurde im Januar 1991 gegründet und ist Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Projekte

Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI)

Haftvermeidung durch soziale Integration ist ein Modellprojekt, gefördert durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz und dem Europäischen Sozialfonds. In diesem Projekt arbeitet HUMANITAS e. V. mit anderen Kooperationspartnern in einem landesweiten Netzwerk zusammen.

Die Ziele sind:

die Begleitung der Gefangenen während der Inhaftierungszeit durch individuelle Sprechstunden direkt in der JVA
die Verbesserung der individuellen Zugangsvoraussetzungen der Zielgruppe auf dem Arbeitsmarkt
die Integration nach der Haftentlassung
die Vermittlung in Ausbildung bzw. Arbeit
die Vermeidung von (erneuter) Straffälligkeit
der Aufbau eines landesweiten Netzes der Freien Straffälligenhilfe, das gestützt wird durch eine zentrale Informationsdatenbank.

Ehrenamtliche Mitarbeit im Projekt HSI

Ehrenamtliche Mitarbeit im Projekt HSI erfüllt eine wichtige Brückenfunktion zwischen straffällig gewordenen Menschen und der Gesellschaft. Sie bezieht sich auf die Betreuung von Menschen sowohl während der Inhaftierungszeit als auch nach der Haftentlassung. Durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit werden interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten ihres Engagements in der Straffälligenhilfe verdeutlicht. Dazu werden ihnen angeboten:

Informationsgespräche
Schulungen und Weiterbildungen
Einzelfallberatung und Praxisbegleitung
offene Treffen und der Erfahrungsaustausch mit ehrenamtlich Aktiven

Ehrenamtliche Mitarbeit ist freiwillig und kann sowohl Einzelbegleitung als auch Gruppenbetreuung beinhalten, zum Beispiel:

Briefkontakte
persönliche Gespräche
individuelle Themengestaltung
Hobbyzirkel
Kreativgruppen

Die ehrenamtliche Arbeit ist unverzichtbarer Bestandteil der Resozialisierung Straffälliger und leistet somit einen bedeutenden Beitrag zur inneren und äußeren Sicherheit. Die durch den Verein geworbenen und in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit begleiteten Bürgerinnen und Bürger wählen selbst, wo und wie sie sich engagieren. Sie bestimmen, wie viel Zeit sie investieren und setzen sich ihre Grenzen selbst.

Betreuung Haftentlassener im „Sozialheim für Nichtsesshafte“

Die Aufnahme in das Sozialheim für Nichtsesshafte erfolgt auf der Grundlage der §§ 67-69 SGB XII und einer Kostenübernahme der Tagessätze durch den jeweils zuständigen Sozialhilfeträger.

Der Aufnahme suchende Hilfeempfänger sollte ein Mindestmaß an Eigenmotivation mitbringen, seine momentane Situation verändern zu wollen. Ziel der sozialpädagogischen Arbeit im „Sozialheim für Nichtsesshafte“ ist

die schrittweise Wiedereingliederung Haftentlassener in die Gesellschaft
der Erhalt und der Ausbau der Möglichkeiten für eine selbständige Lebensführung
dem Einzelnen zu helfen, seine Probleme und Konflikte zu erkennen, diese zu bewältigen und sein Leben zu verändern
den Einzelnen dabei zu unterstützen, Verantwortung für sich und sein Tun zu übernehmen, um selbständig, geregelt, realitätsbezogen und straffrei leben zu können.

Die Dauer der Betreuung richtet sich in Abhängigkeit von den individuellen Voraussetzungen des Einzelnen nach dem Betreuungserfolg und beträgt maximal 18 Monate. Die Hausregeln im Sozialheim beinhalten: Keine Gewalt untereinander, keine Drogen- und Tablettenabhängigkeit, kein Alkoholmissbrauch und keine Waffen im Haus.

Anlauf- und Beratungsstelle für Haftentlassene und Angehörige

Die Anlauf- und Beratungsstelle richtet sich an Menschen mit ungesicherter Lebensgrundlage; in erster Linie solche, deren Probleme zur Straffälligkeit geführt haben und jene, bei denen existentielle Schwierigkeiten als Folge der Haft vorauszusehen sind. Ziele sind psychischen Entlastung, Wiederaufbau des verloren gegangenen Selbstwertgefühls, das Entdecken positiver Eigenschaften sowie die Bereitschaft zur Selbstreflexion zu wecken.

Schwerpunktaufgaben sind:

die Sesshaftmachung von Haftentlassenen
die Verringerung bzw. Beseitigung existentieller Schwierigkeiten
die Verbesserung und Stabilisierung der Lebenssituation
die Sicherstellung der materiellen Existenz
die Unterstützung bei der Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Netz der sozialen Sicherung
die Hilfe zur sinnvollen Freizeitgestaltung
die Hilfe bei der Wiedererlangung verloren gegangener Kontakte zur Familie
die allgemeine Lebensberatung und -hilfe sowie Gesprächsführungen

Sozialwohnungen

Im Rahmen der sozialen Wohnungsbauförderung konnte der Verein im Jahr 2000 10 Ein- bzw. Zweiraumwohnungen in der Geschwister–Scholl–Str. 19 schaffen, die ausschließlich für den Personenkreis Haftentlassene oder kriminell Gefährdete mit besonderen Zugangsschwierigkeiten zum Wohnungsmarkt bereit gestellt werden. Die Wohnraumvergabe erfolgt über den Verein auf der Grundlage eines erteilten WBS nach § 5 WoBindG.

In der Anstalt tätige Organisationen

HUMANITAS e.V.
Blaues Kreuz
Freie Hilfe Berlin e.V.
Evangelische Abhängigenhilfe Brandenburg
Soziale Initiative Niederlausitz

Sicherungsverwahrung

Abteilungsleiter: Knut Sprenger

Die Sicherungsverwahrung ist derzeit mit 7 Personen belegt.

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